Simply Decoration
Monografie · Berlin 2026 · Deutsch/Englisch · 128 Seiten · 97 Abb. · Hardcover · 22 × 28 cm · ARNOLSCHE art publisher
ISBN 978-3-89790-760-7
AUTOREN
Esther Niebel: Weiße Erde
Dr. Christian Lechelt/Dana Widawski: Storytelling auf dem Tisch
Katalog »Simply_Decoration« Einblick
Pressemitteilung: arnoldsche Art Publischer
DANA WIDAWSKI - Simply Decoration
„Dana Widawskis Figuren ... lösen ein gleichzeitiges Angezogen- und Abgestoßenwerden aus: zu fi ligran, zu niedlich, zu hübsch, zu frivol, zu direkt – alles industrieller weißer Zucker. Es passiert etwas, man wird gepackt, emotional, persönlich. Man wird auf seine eigenen Gefühle und Assoziationen verwiesen ...“
Esther Niebel
Dana Widawski (*1973) präsentiert in ihrer neuen Monografie ein faszinierendes Panorama ihres keramischen Schaffens der letzten zehn Jahre. Mit feinem Humor und provokanter Tiefe überschreitet sie mit ihren Assemblagen und Fliesentableaus virtuos die Grenzen zwischen Kunst und Kunsthandwerk. Ihre Motive und Formen fi ndet Dana Widawski im Alltag, um sie anschließend collageartig zu einem neuen Werk zusammenzusetzen. Dabei sind Brüche und die daraus entstehende Spannung ganz bewusst gesetzt. Die Veränderungen, die die Künstlerin an ihren Fundstücken vornimmt, sind kaschiert, die Interventionen nicht vom Ausgangsstück zu unterscheiden.
Für ihre figürlichen Skulpturen nutzt sie industriell gefertigte, oft auch defekte Porzellanfi guren sowie historische Stücke, die sie mit Kaltfarben, Blattgold und Sprechblasen modifiziert. Ihre Arbeiten spielen mit dem Kontrast zwischen einer niedlichen Ästhetik und einer unerwarteten, gesellschaftskritischen und oft humorvollen Aussage.
Jedes der Figürchen ist mit einer individuell abgestimmten Technik ausgestattet: Ob Musik oder kinetische Konstruktion, Video, Malerei oder keramischer Eingriff: Für ihre kleinen Diven macht die Künstlerin alles möglich. Oft transportieren die Figuren dabei feministische und provokante, teils auch derbe Botschaften – etwa wenn eine höfische Szene durch comicartige Sprechblasen in einen unerwarteten, frivolen Dialog überführt wird.
Für ihre Fliesentableaus nutzt die Künstlerin gewöhnlich keine Fundobjekte. Sie bemalt die verwendeten Rohlinge komplett selbst und nutzt dafür klassische Techniken wie die Unterglasurmalerei. Vorbilder wie Delfter Fliesen oder barocke Ornamente werden dabei bewusst zitiert, imitiert und verfremdet. Das „Vorgefundene“ ist hier also die historische Bildsprache, die sie sich aneignet, um sie mit eigenen, oft irritierenden, subversiven oder erotischen Motiven zu brechen.
Die neue Publikation stellt die Arbeiten Dana Widawskis in großformatigen Abbildungen vor. Ein Essay von Esther Niebel und ein Interview der Künstlerin mit dem Kunsthistoriker Christian Lechelt ordnen die Assemblagen und Fliesentableaus inhaltlich und kunsthistorisch ein. Ein Buch, das einen ebenso vergnüglichen wie provokanten künstlerischen Balanceakt dokumentiert, der sowohl den Kitsch in unserer Gegenwart als auch in der Kunst selbst offenlegt – überraschend, verspielt und präzise zugleich.
